
"kunstraum-unten“ eröffnet mit einem Konzept zur Förderung junger Kunst.
Am Anfang stand die Suche nach einem Atelierraum. Das Angebot der Stadt Bochum, ein leer stehendes Ladenlokal zu mieten, war nicht nur finanziell attraktiv. Die Lage im U-Bahnhof „Schauspielhaus“ mitten in Bochum unweit des überregional bekannten Schauspielhauses Bochum gelegen, eine breite Fensterfront und dazu eine große Vitrine, legten schnell nahe, nicht nur ein Atelier zu betreiben, sondern das Konzept zu einem Ausstellungsraum, einem „Off-Space“ bzw. einem „Artist-Run Space“ zu erweitern, wie es ihn in Berlin, Düsseldorf, Köln, Münster und vielleicht noch in Essen gibt. Unetablierte zeitgenössische Kunst wird jetzt hier über ein Schaufenster einem Publikum näher gebracht, das ansonsten weniger mit Kunst zu tun hat. Vorübergehenden, Betrachtern, und Besuchern werden die vielfältigen Möglichkeiten junger Künstler gezeigt; sie werden animiert, die Gedanken um das Dargestellte kreisen zu lassen. Zustimmung ist ebenso willkommen wie Ablehnung. Wichtig ist die Beschäftigung mit den verschiedenen Bereichen der bildenden Kunst außerhalb der "erhabenen Situation" einer traditionellen Galerie.
Wir als Betreiber von „kunstraum-unten“ sind der Kunst seit Jahrzehnten eng verbunden. Als aktive bzw. ehemalige Kunstpädagogen, mit Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf in den 70iger Jahren zur Zeit von J.Beuys, G.Richter, G.Hoehme, K.O.Götz und N.Kricke bzw. in den 80ger Jahren zur Zeit von Lüpertz und eigener künstlerischer Tätigkeit, nahmen wir uns vor, die weit über 30jährige Arbeit mit jungen Menschen im Gymnasium auf konsequente Weise im „kunstraum-unten“ fortzusetzen: Jungen Künstlern, Meisterschülern oder Kunstakademieabsolventen soll geholfen werden, sich in Eigeninitiative und als Produzenten auf den Kunstmarkt zu behaupten, während sich gleichzeitig die eigene künstlerische Arbeit noch entwickeln kann. Die jungen Künstler sollten bereit sein, Ausstellungen zu präsentieren, die auch die Entwicklung der eigenen Arbeit nachvollziehbar machen und nicht nur deren Highlights zeigen. Dabei werden sie alle Abläufe der Ausstellungen wesentlich selbst mitgestalten, manche werden auch dem Ateliercharakter des „kunstraum unten“ folgend dort arbeiten. Interessante Einblicke in die Arbeit junger Gegenwartskünstler sind da zu erwarten.
Bei der Auswahl der ausstellenden Künstler stellen weder Aspekte der Verkäuflichkeit, noch Gefälligkeit die Hauptkriterien. Wir als Initiatoren haben den Vorteil finanzieller Unabhängigkeit und können damit als freie Förderer der Künstler agieren. Aber natürlich sollte sich das Projekt durch möglichst erfolgreiche Ausstellungen finanziell selbst tragen, Grafik, Plastik und Skulptur, Video und Digitale Kunst: alles wird möglich sein, einzige Kriterien sind Originalität und Qualität, meist von jungen, noch nicht etablierten Künstlern und Kunststudenten. Interessant kann es aber auch dann werden, wenn arrivierte Künstler, die selbst ihre eigene Sprache voll entwickelt haben, in Ausstellungen mit den Jungen kontrastierend gezeigt werden. Spannende Dialoge können sich ergeben. Auf Cross-Over mit anderen Künsten wollen wir uns nicht einlassen. Kunst pur im „kunstraum-unten“.
Auf der Grundlage guter Beziehungen zur jungen düsseldorfer, münsteraner und essener Kunstszene und einem überzeugenden Konzept haben wir ein anspruchsvolles Ausstellungsprogramm erarbeitet. Zunächst werden drei Künstler in einer fast programmatischen Gruppenausstellung gezeigt. Die Künstlerin Dorothea Schlänger und die beiden Künstler Daniel P. Dwyer und Michael Peltzer zeigen Arbeiten aus den Bereichen Zeichnung, Malerei, Plastik und DigitalArt/Video. Es gibt so weit wie möglich keine klassische Kuratierung und Jurierung. Die Künstler werden nicht am Gängelband eines dominierenden Galeristen geführt, der hauptsächlich auf den Profit achten muss, weil er von seiner Galerie lebt. Die Künstler können sich frei in und mit dem Raum bewegen.